Tanzbär
Ein neues Buch ist da und ein neues Thema: Presse, Funk und Fernsehen (in exakt dieser Reihenfolge steigert sich der Grad der Unbill) ziehen mich am Nasenring durch den Kakao, und ich mache brav alles mit. Blöde Miene zum blöden Spiel. Das gehört wohl dazu, das ist Reklame. Reklame gegen Thema, eine Hand wäscht die andere. Ich kann es mir ja schließlich aussuchen, ob ich stattdessen lieber grüne Seifenspäne über U-Bahnsteige kehre, "Werrbung bittä!" in die Briefkästen schmeiße, oder, der Gipfel des Grusels, mich wieder zurück ins Taxi setze.
Immerhin bin ich jetzt anscheinend interessant genug, dass ich die Möglichkeiten überhaupt bekomme. Schön wärs, einmal so interessant zu werden, dass man endlich auch wieder "nein" sagen kann. Wie der Anwalt, der meinte, dann habe er es geschafft, wenn er den doofen Anzug nicht mehr brauche, und die Klienten in Schlafrock und Pantoffeln empfangen könne. Aber ich würde an seiner Stelle dann wahrscheinlich gar keine mehr empfangen.
Voraussichtlicher Titel des allerletzten Buchs: "Neulich im Literaturbetrieb".

Zurück: Endzeit

meckerbär