Unhöflich ...
... fand ich die Frau, die gerade einen Oskar bekommen hat von der Oskarkomission, was ja eigentlich total nett war, und dann auf die Bühne gelatscht kam in ihrem selbstentworfenen Feld-Wald-und-Wiesen-Kamouflagekleid, den Oskar (was so ein Hampelmännchen aus Katzengold und ohne Strippen ist) grad mal so in die Hand nahm, ihn gar nicht anschaute und ins Mikrofon sinngemäß die "Dankesworte" sprach: "Na danke, ey, sorry, phh, aber ich hab doch schon zwei von diesen Staubfängern zu Hause rumstehen ..."
Das fand ich nicht nur unhöflich und undankbar, sondern vor allem gemein und verächtlich diesen hunderten von Schauspielerngegenüber, die da den ganzen Abend rumsaßen und sichtlich traurig und genervt waren, weil sie eben keinen Oskar bekommen hatten. Obwohl sie sich ihn so gewünscht hatten!
Da brauchte man sich nur mal George Clooney angucken. Es fehlte gerade noch, dass er sich weinend auf den Boden geworfen hätte und mit seinen Fäustchen darauf herumgetrommelt.
Wenn der Oskar dieser Alten - ich weiß gar nicht, wer das überhaupt war - wirklich so scheißwurschtegal war, wie sie behauptet hatte: warum hat sie das Ding nicht einfach einem dieser Schauspieler gegeben? Einige von denen trauten sich ohne sichtlich gar nicht nach Hause - weshalb saßen sie sonst so lange auf diesem nicht gerade atemberaubenden Event herum?
Und mussten sich obendrein von einer völlig unbekannten Tante verspotten lassen, die zum dritten Mal den Oskar für, weiß nicht was, bestes Catering oder so, bekommen hatte: "Ach, ich glaub, ich schmeiß den draußen gleich in den nächsten Papierkorb, aber ihr kriegt ihn jedenfalls nicht, ihr Knallchargen."
Ganz schön cool.
Und zum Abschluss noch eine unbedingte Theaterempfehlung: "Dies ist kein Liebeslied" im "Theater unterm Dach", mindestens noch am 1. und 2. April, aber hoffentlich noch öfter.

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